Turniererfahrungen sammeln sich nicht von alleine

Je öfter wir kleine Anforderungen bewältigen, desto unaufgeregter wird das Turnierreiten.

Jedes Turnier ist anders. Irgendwie aber auch nicht. Denn mit zunehmender Routine lassen sich neue Herausforderungen ganz beiläufig meistern. Reiterinnen ohne oder mit R1-Lizenz brauchen eine erfahrene Turnierbegleitung. Da gerade Reiter in den unteren Klassen oft auch auf unerfahrenen Pferden sitzen, überträgt sich die Nervosität leicht aufs Pferd. Dieses wird zusätzlich von den vielen neuen Eindrücken abgelenkt. Pferde brauchen ebenso Routine wie ihre Reiter.

Laura und ich haben uns heute über den Vorsprung von Profis unterhalten. Ein Berufsreiter, der zehn Pferde an einem Tag reitet und dabei mit jedem zehn Sprünge macht (was nicht viel ist), ist um 100 Sprünge voraus. Mit der Zahl der Sprünge kommt die Selbstverständlichkeit. Damit lässt es sich recht locker durch den Parcours galoppieren. Als Dressurreiterin, die gerade das Springen für sich entdeckt, macht Laura in jedem Springtraining neue Erfahrungen. Es dauert, bis man mit einem Pferd so zusammenwächst, dass auch ein Turnier ein entspanntes Erlebnis wird. Um mit ihrem Pferd in den Springsport hineinzuwachsen, sind viele kleine Anforderungen die beste Vorbereitung. Regelmäßige Springstunden zuhause, Kurse, ein Trainingsausflug auf einen fremden Platz sind gute Übungen für immer wieder neue Situationen.

Denn die Eindrücke auf einem Turnier sind mannigfaltig, und manchmal ist das Drumherum aufregender als die paar Sprünge im Parcours. Eine einfache Linienführung und einladende Hindernisse sind gut für einen schönen Ritt und der wiederum stärkt das Selbstbewusstsein von Pferd UND Reiter. Die besten Einsteigerturniere sind Clubturniere, Reitertreffen und lokale C-Turniere. Auch wenn sie ganz korrekte Rahmenbedingungen bieten, haben sie eine gewisse Lässigkeit. Auf der einen Seite sitzen da echte Richter im Turm, mit Ansage, Lautsprechern und Musik, auf der anderen Seite gibt es etwa die Möglichkeit, den Parcours nach drei Verweigerungen fertig zu reiten. Jede bewältigte Runde stärkt das Selbstvertrauen.

Wächst das Selbstvertrauen kommt automatisch die Vorfreude aufs nächste Turnier und die Lust auf eine richtige Turniersaison. Die plant man am besten gemeinsam mit dem Trainer und fährt auch zusammen zu den Veranstaltungen. So sammelt man Erfahrung, neue Freunde und Routine.

Tipp: Das „Kleine Turnier-ABC für Einsteiger“ findest du HIER.


Text & Foto: Andrea Kerssenbrock