Ade, plitsch-platsch Badespaß

Der Sommer hat es in sich. Und damit meine ich nicht die Hitze. Es ist die Trockenheit, die unseren Pferdealltag gravierend verändert. Gedanken und Ideen wie wir mit Staub und Wasserknappheit im Pferdestall umgehen können.

Dürre kannte ich als Kind nur aus dem Fernsehen. Sie wurde meist in Verbindung mit Bildern hungriger Menschen und abgemagerter Tiere aus verschiedenen Entwicklungsländern gezeigt. Urlaub in Österreich galt als unsicher, weil uns der Regen regelmäßig die Ferien verhagelt hatte. Heute sehnen wir uns nach Regen und ich schaue ein wenig neidisch nach Bayern, wo die letzten Tage Abend für Abend ein schöner Gewitterregen niedergegangen ist. Rinder und Pferde stehen auf saftigen grünen Wiesen und der Mais ist doppelt so hoch wie hier in der Osthälfte Österreichs.

Für unsere Pferde und alle Personen, die mit ihnen betraut sind, ist diese Situation relativ neu – zumindest in diesem Ausmaß. Wasser steht nur noch eingeschränkt zur Verfügung. Brunnen trocknen aus, der Grundwasserspiegel sinkt, Gemeinden rationalisieren den Verbrauch. Das bedeutet Umstellung, Anpassung und Verständnis – das vor allem. Denn Wasser ist ein Gut, das der Gesellschaft gehört, und nicht einzelnen Personen. Wir werden uns eventuell langfristig umstellen müssen. Wenn wir Glück haben, sind es nur ein paar Wochen im Sommer.

Woran wir merken, dass es ernst ist? Man braucht eigentlich nur mit offenen Augen auf die Natur schauen:

  • harte, ausgetrocknete Böden
  • Risse im Erdreich
  • Staub
  • gelbe, vertrocknete Wiesen
  • müde Bäume, die vorzeitig Blätter lassen
  • Felder mit wenig Ertrag

Für Pferde bedeutet das:

  • harter Untergrund im Gelände – Traben und Galoppieren kaum möglich
  • staubige Reitplätze, weil das Wässern mangels Wasser nicht mehr möglich ist
  • kurzes Abduschen, solange es noch zu verantworten ist –> Wasser sparen mit Schwamm und Kübel
  • Training muss neu gedacht werden

Entschleunigung ist angesagt:

  • sanftes Reiten
  • geduldig bleiben, auch wenn die Hitze nervt
  • Beschäftigung statt Bewegung
  • aufs Pferd hören, es zeigt an, wenn der Boden zu hart oder das Bergauf zu anstrengend ist
  • Fliegendecke statt Insektenspray (der wegen des Wassermangels nicht abgewaschen werden kann)
  • Absprache, ob und wann die Böden gewässert werden bzw. ob tageweise pausiert wir
  • Im Wald statt in der Halle reiten
  • gute Laune motiviert besser als das Stöhnen über Zustände, die man ohnehin nicht beeinflussen kann
  • Zusammenhalten!

Text & Foto: Andrea Kerssenbrock

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