Trilogie, Folge 1. Wenn in einem Menschenleben einschneidende Dinge passieren, ist das Pferd automatisch mit betroffen. Denn was passiert, wenn mir etwas passiert? Wenn ich plötzlich nicht mehr auftauche?
Mit unvorhergesehenen Ereignissen zu rechnen ist das eine, darauf vorbereitet zu sein, ist ganz etwas anderes. Ich war es nicht. Zwei Spitalsaufenthalte in einem Jahr – ein Herzinfarkt, Operation, Reha und dann noch ein Pneumothorax. Manchmal kommt es dick. Das Gute ist, ich bin nicht gestorben. Und ich konnte nach beiden Eingriffen recht schnell in den Sattel zurück. Dennoch – der Gedanke, was mit meinem Pferd, das ich so verrückt liebe, passieren wird, sollte ich keine Entscheidungen mehr treffen können, lässt mich nicht mehr los.
Wir, die wir unsere Pferde in Einstellbetrieben untergebracht haben, wissen, dass jedenfalls die Basisversorgung unserer Pferde gewährleistet ist. Es bekommt sein Futter und zu trinken, der Stall wird gemistet und eingestreut, Paddock, Koppel und Schrittmaschine sind organisiert. Wenn der Tag planmäßig verläuft, sind also die Grundbedürfnisse erfüllt. Das ist schon mal beruhigend. Doch ein eigenes Pferd zu haben ist so viel mehr, als es gefüttert und getränkt zu wissen. Die Beziehung zu meinem Pferd ist sehr innig – und ich weiß, dass es vielen Reitkolleginnen so geht wie mir. Wir wollen das Beste für unser Pferd oder das, was wir für das Beste halten. Und niemand weiß besser als wir, was unsere Pferde brauchen. Jede von uns Pferdefrauen bringt jahrelange Erfahrung im Pferdesport mit. Jede hat ihre individuellen Rituale, Abläufe, Tageszeiten und Gewohnheiten.
Mein Pferdetag läuft so oder ähnlich ab: Wenn ich im Stall ankomme, werfe ich zuerst einen Blick in die Box. Ich freue mich über das Interesse meine…
