Geländetraining von Anfang an

Kursleiterin Andrea Kerssenbrock über die Bedeutung einer vielseitigen Ausbildung von Pferd und Reiter im Breitensport.

Die wichtigste Ausbildung im Pferdesport ist die Grundausbildung. Jene Gruppe von Trainerinnen, die sich am letzten Septemberwochenende zu einem sonnigen Lehrgang „auf der Wiese“ eingefunden hatte, bringt die nötige Begeisterung für diese Basisarbeit mit – und sie trägt viel Verantwortung. Ihre Kunden sind Kinder und Erwachsene, die erst in den Pferdesport hinein schnuppern. Sie haben meist wenig Erfahrung im Umgang mit Pferden und sind unterschiedlich fit. Im Gegensatz zu jenen Trainerinnen, die Turnierreiterinnen vorbereiten und gemütlich an der Bande stehen, sind Basistrainerinnen ganz anders gefordert. Sie sind vom Stall bis zum Reitplatz ständig in Bewegung. Erklären, begleiten, helfen, laufen neben dem Pferd her, unterstützen vom Boden aus, sortieren Zügel, korrigieren Bein- und Körperhaltung, richten Bügel, verschnallen Helme, und, und, und. Sie sorgen dafür, dass die Pferde fit, brav, korrekt trainiert, ausreichend bewegt und genügend tolerant mit Menschen und Situationen sind.

Um Ausbildungspferde fit und bei Laune zu halten, braucht es Abwechslung. Die Natur bietet die perfekten Rahmenbedingungen dafür. Die Bewegung auf verschiedenen Böden, im hügeligen Gelände, über kleine Hindernisse, Baumwurzeln, durch Laub und durch Wasser fordert den gesamten Bewegungsapparat und fördert die Balance. Reize jenseits des Reitplatzes, Begegnungen mit Fahrzeugen, anderen Tieren und wechselndes Wetter machen ein Pferd robust, körperlich wie auch im Kopf. Pferde, die regelmäßig ausgeritten werden, sind ausgeglichener, gehfreudiger und toleranter. Eigenschaften, die jedes Schulpferd haben sollte.

Das Training außerhalb der Reitbahn ist nicht nur für die Pferde, sondern auch für Reiter abwechslungsreich. Unerwartete Bewegungsabläufe wie ein kurzes Stocken oder ein Schritt zur Seite, das abrupte Hochheben des Kopfes, wenn das Pferd etwas wahrnimmt, ein leichtes Stolpern oder das Ducken unter Ästen schulen Gleichgewicht, Beweglichkeit und Reaktion des Reiters im Sattel.

Geländetraining light ist auch ein schonendes Training, bei dem schon im Schritt viel Abwechslung für Pferd und Reiter möglich ist. Der Blick des Pferdes, das Ohrenspiel, das Zucken der Haut, das Geklapper der Hufe – es gibt vieles zu entdecken und alles kann Teil der Ausbildung sein. Zudem stärkt dieses gemeinsame Entdecken die Bindung zwischen Pferd und Reiter, festigt das Vertrauen in den Trainer und öffnet neue Perspektiven für alle.

Neben einem großen Herzen und viel Energie braucht man für Reitanfänger viel Erfahrung und selbst eine solides Fundament. Um das zu gewährleisten, bietet der Österreichische Pferdesportverband zahlreiche Aus- und Fortbildungen für alle Sparten des Pferdesports an. Der Pilotkurs (TR)AB IN DIE NATUR hätte nicht besser laufen können. Alle Teilnehmerinnen arbeiten selbst als Ausbilderinnen im Pferdesport und haben sehr interessante Reit- und Voltigierangebote, Einkommensmodelle und Erfahrungen in den Diskurs eingebracht.

Einen Nachbericht zum ersten Lehrgang (TR)AB in die Natur für Ausbilderinnen im Pferdesport gibt es auf der Seite des NÖ Pferdesportverbandes: NOEPS BERICHT

Hier geht’s zu meinem aktuellen EINSTEIGERKURS in Ried am 25.+26. April 26, Anmeldungen per WhatsApp 0699 1974 1257.

Weitere Informationen zum KURSANGEBOT, Kursanfragen gerne an andrea.kerssenbrock@gmail.com

Text & Fotos: Andrea Kerssenbrock (29.9.25)