… und vielen Dank für Deine ganz besondere zugewandte Art, mit der Du einen Reiter und sein Pferd zu einem Team formen konntest. Persönliche Gedanken zum Tod von Ferdinand Croy, 1940–2026.
Ich war in meinen frühen Zwanzigern als ich meinen ersten Lehrgang bei ihm ritt. Heute bin ich in meinen späten Fünfzigern, und ich erinnere mich gut an diese erste Begegnung im damaligen Hengstdepot Stadl Paura. Oberstleutnant Ferdinand Croy stand am anderen Ende der langen Stallgasse, er trug Uniform und ich ging auf ihn zu. Die Stallgasse erschien mir endlos und die Situation war höchst unangenehm, denn ich hatte schon am ersten Kurstag verschlafen. Sein Gesicht strahlte die ihm eigene Freundlichkeit aus. Er teilte mir einen Hengst zu, und ich machte mich auf den Weg in die Reithalle. Kein Drill, kein Vorwurf, keine Zurechtweisung. Dafür wohltuender Unterricht, leise Korrekturen und ein „Du kannst das schon“, wenn Selbstzweifel mich plagten.
Ein paar Jahre später, Ferdinand Croy war unser Ausbildungsleiter und wir eine Gruppe angehender Vielseitigkeitstrainer. Wieder so ein Lehrgang auf Augenhöhe. Auch wenn er unendlich mehr Erfahrung, Wissen und eine unglaubliche Erfolgsbilanz bis hin zu Olympischen Spielen hatte, so waren seine Ratschläge stets unaufdringlich und immer im Sinne des Pferdes. Ich erinnere mich gut an unsere Abschlussprüfung im Gelände. Ein strahlendkalter Herbstmorgen, Minusgrade hatten den Wassereinsprung in der Nacht zufrieren lassen. Man holte also die Norikerhengste aus dem Stall und ließ sie wie Eisbrecher durchs Wasser stapfen. Die Prüfung fand statt, alle bestanden sie, und wir waren ab nun Staatlich geprüfte Vielseitigkeitsreittrainer. Stolz und Freude auch im Gesicht des Ausbilders.
Woran ich außerdem denke, wenn ich an Ferdinand Croy denke, ist seine Begeisterung, das Funkeln in seinen Augen. „Hör mal, wie der die Luft anhält, wenn er die Reihe springt“ über einen Junghengst beim Freispringen. „Jetzt hast Du einen, mit dem Du alles nachholen kannst. Und was für einen!“ über Ben nach meiner langen, langen xc-Pause. Was bin ich froh, dass ich diesen letzten Kurs bei ihm geritten bin. Ich habe die Sätze noch im Kopf und rufe sie immer dann ab, wenn ich mit meinem Pferd Leichtigkeit spüren will. Danke auch dafür, Ferdinand.
Die Fotos von © Ilse Croy entstanden im PZ Stadl-Paura anlässlich meines ersten Kurses mit Ben. „Mach weiter so. Liebe Grüße Ferdl“, stand darunter.
Nachrufe: Olympia.at, Pferdezentrum Stadl-Paura