Reitertreffen und Clubturniere sind eine perfekte Vorbereitung auf den Turniersport. Hier findet ihr Tipps und Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Reitsportveranstaltungen sind immer aufregend. Besonders, wenn man selbst daran teilnimmt. Wer wie ich bei der Generalprobe zur Reiterpassprüfung vom Pferd gepurzelt ist, weiß das nur zu gut. Der Kummer war groß. Die Prüfung habe ich trotzdem bestanden und später ist sogar eine Reitlehrerin aus mir geworden. Also, Herzklopfen gehört dazu.
Am wichtigsten ist es, die Aufgabe mit seinem (Schul-)Pferd oder Pony oft genug zu üben. Wer sie im Schlaf aufsagen kann, ist klar im Vorteil. Denn je besser die Aufgabe sitzt, desto sicherer fühlt man sich am Turniertag. TIPP: Am besten läuft man die Linie ein paar Mal ohne Pferd durch, wenn der Reitplatz frei ist.
Der Ablauf bei Bewerben ist immer gleich. Man wärmt sein Pferd gemeinsam mit dem Trainer am Abreiteplatz auf und reitet rechtzeitig zum Turnierplatz. Es hilft, wenn man die Startliste kennt und weiß, wer vor einem startet. Eine Begleitperson kontrolliert vor dem Einreiten nochmal, ob alles sitzt, wischt über die Stiefel und nimmt gegebenenfalls die Gamaschen runter (bei Dressuraufgaben ist kein Beinschutz erlaubt).
Begleiter und Familie sollen unterstützen. Damit sie nicht im Weg stehen und alle gleichzeitig alles machen, besprichst du am besten schon vorher, wer mit zum Abreiten kommt und wer dich zum Start begleitet. TIPP: Nicht ablenken lassen. Auch wenn die beste Freundin oder Oma und Opa dich anfeuern, immer auf das Pferd und die Aufgabe konzentrieren.
Die Glocke ist das Startsignal. Du hast nun eine Minute Zeit. Durchatmen. Einreiten und volle Konzentration voraus. In niedrigen Klassen wird die Aufgabe angesagt. Wie eingangs erwähnt, ist es besser, wenn du sie auswendig kannst. Dann kannst du nichts überhören.
Wenn die Glocke mitten in der Aufgabe läutet, bedeutet das immer eine Unterbrechung. Das kann passieren, weil man sich verritten hat, dann darf man die Linie korrigieren. Oder weil etwa das Pferd nicht taktrein geht oder weil die Ausrüstung nicht korrekt ist. Der Richter sagt dir den Grund, warum er dich abgeläutet hat. Nicht verzagen! Fast immer darf man weiterreiten. Wenn dein Pferd aus dem Viereck läuft (oder springt) oder tatsächlich lahm ist, bedeutet das allerdings den Ausschluss aus diesem Bewerb.
Ausrüstung Reiter
- Helm
- Helle Reithose
- Dunkles Sakko
- Stiefel
- Handschuhe
- Gerte
- Haarband oder Haarnetz bei langen Haaren
Sobald auf ein Pferd aufgesessen wird, muss ein Reithelm entsprechend der Norm (siehe ÖTO) getragen werden. Der Helm muss passen und korrekt eingestellt sein, der Kinnriemen muss anliegen und geschlossen sein.
Jugendliche und Juniorenreiter müssen in Springbewerben, in der Vielseitigkeit sowie bei TREC-Bewerben verpflichtend einen Rückenschutz tragen. In allen anderen Bewerben darf er natürlich ebenfalls angezogen werden.
Die Gerte: In einer Dressurprüfung darf die Länge der Gerte maximal 120 cm betragen. In Ponybewerben darf sie nur 100 cm sein. Da ist das kleine Schnürchen am Ende der Gerte bereits mit eingerechnet. Springgerten sind mit maximal 75 cm Gesamtlänge deutlich kürzer. Sie haben am Ende statt des Schnürchens meist eine Klatsche.
Stiefel oder Stiefeletten? Die Stiefelfrage ist leicht zu beantworten. In Dressurprüfungen müssen jedenfalls schwarze oder dunkle Stiefel getragen werden. In allen anderen Prüfungen dürfen auch Stiefeletten mit glatten, festen Stiefelschäften zum Einsatz kommen. Das gilt für offizielle Turniere. Bei einer Clubveranstaltung können die Regeln etwas gelockert werden.
Die ÖTO unterscheidet in der Kleiderfrage übrigens zwischen „Einfachem Anzug“ und „Dressuranzug“. Zum Dressuranzug gehören auch weiße oder helle Reithandschuhe.

Ausrüstung Pferd
- Sattel und Zaumzeug, schön geputzt
- Saubere (weiße) Schabracke
- Zöpfe und ein schön gebürsteter Schweif machen sich immer gut. Außerdem beruhigt das Bürsten und Flechten der Mähne die eigenen Nerven. Man kann sich dabei mit dem Pferd unterhalten oder still mit ihm verbunden sein.
Was gibt es noch zu beachten?
Pferde, die ausschlagen, sollen am Abreiteplatz und bei der Siegerehrung durch eine rote Masche im Schweif gekennzeichnet werden. Bandagen und Gamaschen sind bei Dressurprüfungen nur zum Aufwärmen und bei der Siegerehrung erlaubt. Gleiches gilt für Pferdedecken und Fliegenmasken. Bei Spring- und Geländeprüfungen darf ein Beinschutz angelegt werden.
Viel Spaß!
Text & Fotos: Andrea Kerssenbrock
Weiterführendee Links: Turniererfahrungen sammeln, Turnier ABC
