Maya begleitet diesmal die aufgeregte Lia zu ihrer ersten Reitstunde auf den Ponyhof.
Wuff und Hallo, liebe Zweibeiner! Hier ist wieder eure Maya. Ich habe meine Nase ja bekanntlich überall drinnen, und letztens habe ich eine Entdeckung gemacht, die mich ganz kribbelig gemacht hat. Ich freue mich immer riesig, wenn unser Nachbarmädchen Lia an der Tür klingelt, um mich zum Gassi gehen holt. Zuletzt durfte ich sie bei einem ganz besonderen Abenteuer begleiten. Lia träumt schon lange vom Reiten. Sie wollte schon immer den Wind in den Haaren spüren und mit einem Pferd durch die Natur flitzen. Und stellt euch vor! Ihr allergrößter Traum ist endlich wahr geworden und ich durfte bei ihrer allerersten Reitstunde dabei sein.
Als wir am Reitstall ankamen, war ich natürlich treu an ihrer Seite. Ich habe gespürt, dass ihr Herz ein bisschen schneller klopft als sonst. Sie hatte ganz schön Bammel. Was, wenn das Pferd plötzlich losrennt? Oder wenn sie runterfällt? Ich habe meine Schnauze ganz fest an ihre Hand gestupst, um ihr zu zeigen: Hey, es ist völlig okay aufgeregt zu sein, das gehört bei großen Abenteuern dazu. Zum Glück war eine sehr nette Reitlehrerin die ganze Zeit an ihrer Seite. Die hat Lia freundlich erklärt, wie man mit einem Pferd umgeht. Das hat uns beiden ein gutes Gefühl gegeben!
Nach dem Putzen des Ponys ging es los. Die Reitlehrerin hat das Pferd an eine sehr lange Leine genommen – man nennt das eine Longe. beim Longieren läuft das Pferd brav im Kreis um die Reitlehrerin herum. Lia musste sich also gar nicht kümmern, wohin das Pferd läuft, sondern konnte sich ganz in Ruhe an die Bewegungen gewöhnen. Dabei hat sie gespürt, wie das Pferd sich bewegt und gelernt, worauf man gut achten muss. So muss man beispielsweise schön gerade sitzen und die Beine möglichst lang machen. Die Ferse soll der tiefste Punkt sein und der Scheitel der höchste. Am Anfang darf man sich an der Mähne oder am Sattel festhalten, aber nicht am Zügel. Denn der führt zum Gebiss, und das liegt im Pferdemaul, das wiederum sehr empfindlich ist. Darum eignet sich der Zügel nur zum Lenken des Pferdes oder für Paraden. Aber dazu muss Lia erst noch ein wenig üben.
Meine mutige Freundin war ganz konzentriert und hat lieb mit dem Pferd gesprochen. Und siehe da: Die beiden haben sich wunderbar verstanden Als die dann mit Helm und Sicherheitsweste im Sattel saß und das Pony im Schritt losging, hat Lia so gestrahlt, wie ich es noch nie je gesehen hatte. Ihr Traum vom Reiten war endlich wahr geworden, und ich bin mächtig stolz, dass ich dabei sein konnte. Denn so ein Ponyhof ist auch für Hunde ein ziemlich cooler Ort. Man trifft hier ganz viele verschiedene Kumpels, und ich habe den Eindruck, dass Reitstallhunde besonders freundlich zueinander sind. Hoffentlich nimmt Lia mich beim nächsten Mal auch wieder mit. Bis dahin schicke ich ein fröhliches Wuff – und gruselt euch nicht zu sehr an Halloween 🎃
Text: Silke Wastler | Foto: Andrea Kerssenbrock
