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Tipps für den ersten Geländekurs

Tipps für den ersten Geländekurs

Der Frühling ist die perfekte Jahreszeit für Reitkurse. Hier findest du Antworten auf allerlei Fragen zum Geländekurs und eine Packliste für Pferd und Reiter.

Da Einsteigerkurse in der Regel von weniger erfahrenen Reiterinnen und Reitern gebucht werden, tauchen allerlei Fragen und Überlegungen auf. Gleich vorneweg: meine Geländekurse light eignen sich für alle, wirklich alle Reiterinnen und Pferde. Es sind Basiskurse, bei denen es mehr um das Reiten im Gelände geht und weniger um das Springen.

Alles kann, nichts muss

Die am häufigsten gestellte Frage lautet „Schaffe ich das?“ Natürlich legen wir jedes Training so an, dass Pferd und Reiter mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.

„Mein Pferd und ich haben noch keine Erfahrung mit Geländesprüngen.“ „Muss ich springen?“ Niemand muss, aber vielleicht kommt beim Kurs ja doch die Lust, es zu probieren.

„Brauche ich einen Rückenschutz?“ Ja, definitiv! Das schreibt die ÖTO vor, genau genommen braucht jeder Reiter eine Sicherheitsweste Level 3. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Protektor ein sicheres Gefühl vermittelt. Und genau das hilft, wenn man Hindernisse möglichst gelassen bewältigen möchte.

Glaubt mir, ich begleite meine Reiterinnen und Reiter so ins Gelände, dass niemand Angst oder Stress haben muss. Ich kenne das Gefühl, wenn man sich überwinden muss oder sehr vorsichtig ist. In meinen Trainings könnt ihr in einem angenehmen Umfeld entdecken, was die Natur euch anbietet. Der Geländepark ist geschlossen und sehr übersichtlich. Jede und jeder kann seine Grenzen selbst definieren.

Mut tut gut

Manchmal ist es aber auch sehr befriedigend, seine Komfortzone zu verlassen. Dazu braucht es vielleicht ein bisschen Überwindung oder Motivation von außen. Aber ihr könnt das! Denn, wie Reitmeister Plewa sagt: „Was der Reitlehrer sagt, das kann ich. Sonst würde er es nicht verlangen.“ Vertrauen ins Pferd und in den Trainer ist ein guter Begleiter.

Die Kraft der Gruppe

Als Gruppe ist man stärker, denn Pferde sind in Gesellschaft meist gelassener als alleine (sind ja doch Herdentiere). Außerdem tut Austausch in der Gruppe gut. Man sieht, dass auch andere Fehler machen. Man sieht aber auch, was andere besser machen. So lernt man gemeinsam. Und in den kleinen Pausen zwischendurch während ein anderer Teilnehmer reitet, hat man ein wenig Zeit zum Verschnaufen und – nicht vergessen! – sein Pferd zu loben. Ein weiterer Vorteil der Gruppe: Es gibt immer jemanden, der vorausreiten kann, sei es den Hügel hinauf oder ins Wasser hinein.

Gewohnte Ausrüstung 

Egal, ob ich zum Lehrgang oder aufs Turnier fahre, ich reite mit vertrauter Ausrüstung. So wie das Pferd und ich es gewohnt sind. Ich rate davon ab, neue Produkte auszuprobieren. Neue Gamaschen, mit denen das Pferd stakst wie ein Storch, ein Sattelpad, das rutscht oder ein Gurt, der zu lange oder zu kurz ist. Das ist höchstens zusätzlicher Stress und niemand bewertet, wie neu das Equipment ist. Gepflegt reicht völlig. Auch bei der eigenen Ausrüstung gilt, Kleidung, die sich schon bewährt hat, vermittelt ein sicheres Gefühl. Wer sich wohl fühlt, reitet mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein.

TIPP: Ersatzkleidung (auch Schuhe) einpacken. Es besteht die Möglichkeit nass zu werden – Schweiß, Regen, ein Abgang im Wasser,…

Umgang mit dem Handy

Bilder und Videos sind eine schöne Erinnerung für jeden Reiter. Auch für eine Analyse zuhause oder mit dem eigenen Trainer sind Aufnahmen nützlich. Aber: Nur eigene Bilder verwenden, Einverständnis in der Gruppe einholen und sorgsamen Umgang mit Bildaufnahmen sicherstellen. WICHTIG: Wir wollen die schönen Seiten unseres Sports zeigen und keine Persönlichkeitsrechte verletzen.

TIPP: Beim Reiten im Geländepark empfehle ich, das Mobiltelefon einer Begleitperson zu übergeben.

Packliste für den Geländekurs

Reiter

  • Helm (Norm EN 1384)
  • Haarband (kein offenes Haar unter dem Helm!)
  • Handschuhe
  • Gerte, ev. Sporen
  • Reitstiefel
  • Reithose
  • Jacke(n)
  • Level 3-Sicherheitsweste im Gelände (Rückenschutz reicht nicht!)
  • Oberteil (schlank geschnitten, sodass es unter den Protektor passt, lang genug, dass es nicht hoch rutscht)
  • Ersatzkleidung, jedenfalls ein Oberteil zum Wechseln (man schwitzt unter dem Protektor)
  • gut sitzende Unterwäsche
  • FAZIT: bequem, bewährt, funktionell
  • Brille (bruchfeste Sportbrille)

Pferd

  • Sattel und Zaum
  • Rutschfeste Zügel
  • Satteldecke / Pad
  • Martingal, Vorderzeug
  • Halsriemen, wer mag
  • Gamaschen / Beinschutz, wasserfest
  • KEINE Bandagen
  • eventuell Glocken
  • Fliegenhaube / Fliegenspray
  • rotes Band im Schweif bedeutet „Komm mir nicht zu nahe“
  • Kontaktblatt mit Notfallnummer für die Box
  • Futter
  • Wasserkübel
  • Karotten / Leckerli
  • Vitamine, Elektrolyte nach Bedarf
  • Desinfektion und Erste Hilfe Paket fürs Pferd
  • 2. Satteldecke
  • Decken je nach Jahreszeit (Abschwitz-, Fliegen-, Stalldecke)

Weiterführende Links: Reitkurse beleben den Alltag, Geländeaufgaben souverän bewältigen
Kursausschreibungen: Geförderter Einsteigerkurs im Geländepark-Andrea Kerssenbrock, Kurstermine NOEPS-gesamt

Fotos und Text: © Andrea Kerssenbrock