Ottos Mops

Ottos Mops trotzt
Ernst Jandl

Dodos Momo

Dodos Momo koppt

Dodos Momo klopft

Dodo: Los, Momo los

Dodos Momo hoppt los

Dodo: Soso

Dodo holt Stroh

Dodo holt Obst

Dodo horcht

Dodo: Momo! Momo!

Dodo hofft

Dodos Momo klopft

Dodo: Komm, Momo, komm!

Dodos Momo kommt

Dodos Momo koppt

Dodo: O Gott, o Gott


Die Stute Momo hat eine Zeitlang gekoppt, etwa im Alter von fünf bis sieben, vielleicht auch etwas länger. Sie hat sich in dieser Zeit nicht wohl gefühlt, das weiß ich heute. Man sagt ja, dass Pferde, die koppen, nicht mehr damit aufhören. Das stimmt nicht. Meine Stute Momo hat damit aufgehört. Für immer. Irgendwann viel später wurde ich gefragt, ob sie denn noch immer oder wieder koppt. Ich hatte gerade Ernst Jandl gelesen. Und sein Gedicht Ottos Mops. Mit den vielen Os und „Ohs!“ So ist dieser Text entstanden. Die Stute koppt schon lange nicht mehr. Sie fühlt sich so wohl.

Hier geht’s zum Original: ottos mops

Foto © Andrea Kerssenbrock

1 Comment

  1. Andrea Kerssenbrock 28/06/2016

    Beim Koppen werden Endorphine freigesetzt, die „glücklich“ machen. Pferde koppen meist, wenn sie Stress haben, um diesen abzubauen. Ich hatte vor vielen Jahren einen Kopper übernommen und kann mich nicht erinnern, dass er in irgeneiner Weise beeinträchtigt war. Nur die Zähne waren recht kurz vom jahrelangen Aufsetzen. Er ist auch sehr alt geworden.

    Die Stute hat eine Zeitlang nachdrücklich gekoppt. Das lag aber wohl an der Haltung und ist schon eine Weile her. In den letzten Jahren ist es ganz verschwunden, wahrscheinlich weil die Rahmenbedingungen optimal für sie sind. Auch das ist möglich.

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