Nur Visionäre schaffen Produkte, die das Wohlbefinden von Menschen und Tieren verbessern – Dr. Bernhard Lischka darf als solcher bezeichnet werden. Der Tierarzt, Wissenschaftler und Mitgründer des Labels Platural® im Gespräch mit Andrea Kerssenbrock.
Bernhard Lischka zu begegnen, bedeutet einen Gang hinaufzuschalten, um mit ihm mitzuhalten. Seit Jahrzehnten ist der umtriebige Spezialist für Vollblutpferde auch Vollblut-Wissenschaftler. Er forscht, entwickelt, verbessert. Gründet Unternehmen, präsentiert seine Produkte auf Messen und Veranstaltungen und reist um die Welt. „Vom Labor ins Leben“, so heißt es auf der Homepage. Ich war neugierig – und habe nachgefragt.
Stillstand ist ein Wort, das Bernhard Lischka wohl eher fremd ist. Ganz im Gegenteil, er ist immer einige Schritte voraus, wenn es um umfassendes Verständnis für die Bedürfnisse von Menschen und Tieren geht. „Speziell im Bereich der Stammzellentechnologie wurde in der Humanmedizin eine neue Generation eingeleitet“, führt er aus. Statt mit den Zellen arbeitet sein Team mit den Informationsmolekülen, die diese Zellen beinhalten und sie im reparationsbedürftigen Gewebe abgeben. Das heißt: man verwendet nicht mehr, so wie früher, die ganze Zelle, sondern nur noch diese Informationsmoleküle, auch bekannt unter dem Namen Exosomen sowie Evs (extrazelluläre Vesikel). Lischka: „Sie haben den Vorteil, dass sie ihre therapeutische Wirkung ohne unerwünschte Reaktionen – wie etwa Abstoßungsreaktionen der Zellen – entfalten können. Okay. Und darüber hinaus kann man noch weiter differenzieren, indem man diesen Zellen in Gewebekulturen gezielt beibringt, bestimmte Exosomen und EVs vermehrt zu produzieren.“
Was das bedeutet, erklärt Lischka so: „Das heißt, dass man aufgrund des Milieus, in dem diese Zellen wachsen, beeinflussen kann, welche Art von Exosomen und EVs die Zellen produzieren. Ich kann also viel spezifischer vorgehen. Und es hat mich eigentlich gewundert, dass es eine riesige wissenschaftliche Gemeinschaft für die Forschung an Exosomen und extrazellulären Vesikeln gibt, die in der Humanmedizin schon weit verbreitet ist, aber noch nicht auf die Veterinärmedizin übergegriffen hat. Ich war zum Beispiel auf einem Kongress mit über zweitausend Leuten aus der ganzen Welt. Es waren aber nur wenige Tierärzte mit wissenschaftlichem Hintergrund dabei. Das mag daran liegen, dass vieles, was in der Humanmedizin wichtig ist, in der Veterinärmedizin eine eher untergeordnete Rolle spielt, etwa die Kosmetik die beim Menschen und dem Potential der Stammzellentechnologie ein riesiges Geschäft sind. Solche Applikationen interessieren die Tiermedizin naturgemäß nicht. Aber es gibt da ganz andere, wesentliche Erfolge – z.B. im Bereich von Gelenkerkrankungen, Sehnenerkrankungen und vor allem auch bei Lungenerkrankungen und Krebs. Man hat beispielsweise nachgewiesen, dass man beim Menschen Lungenfibrose, die ja bisher als unheilbar galt, reversibel machen konnte. Oder, wenn wir von Krebs reden, dass man Melanome, die insbesondere insbesondere bei Schimmelpferden ein riesiges Problem darstellen, mit nicht invasiven Methoden gut kontrollieren kann. Erkenntnisse wie diese treiben mich voran. Denn wie man sieht, gibt es doch eine ganze Reihe von Dingen, die wir aus der Humanmedizin in die Veterinärmedizin mitnehmen können und müssen.“
Der wissenschaftliche Hintergrund ist die zentrale Botschaft seines Schaffens. Erste Produkte von Platural® sind bereits verfügbar, die Entwicklung weiterer Produkte geht stetig voran. Eine wesentliche Rolle spielen bestimmte Pflanzenextrakte, die spezifische positive Wirkungen im Organismus erzielen. „Das ist nicht irgendeine Pflanzen- oder Alternativmedizin, sondern eine mit wissenschaftlichem Hintergrund, die dokumentiert und publiziert wird. Auch Exosomen die man in Pflanzen gefunden hat, sind für neue Therapien hochinteressant. In wissenschaftlichen Arbeiten werden diese Inhaltsstoffe charakterisiert und ihre Wirkung beschrieben. So haben wir zum Beispiel im Humanbereich vier Produkte entwickelt, von denen jedes einzelne ein Alleinstellungsmerkmal hat, weil es in dieser Form sonst nicht am Markt erhältlich ist.“
Dr. Bernhard Lischka zur Unternehmensgründung:
„Nachdem mein vorheriges Label an einen grossen Konzern verkauft wurde und meine wettbewerbsrechtliche Karenz durch war, habe ich sofort meine eigene Marke Platural® gegründet und gemeinsam mit einem polnischen, in den USA tätigen Professor für Biotechnologie in Partnerschaft das gleichnamige Unternehmen gegründet – und zwar in Breslau, das Polens bedeutendste Universitätsstadt im Bereich der Biotechnologie ist. Platural® Life Sciences vereint Biotechnologie, Ernährung und regenerative Medizin mit dem Ziel, echte Wirkung zu erzielen. Wir wollen mit wirksamen Produkten die Lebensqualität von Tieren und Menschen verbessern.“
Text & Foto: Andrea Kerssenbrock
