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Sehr, sehr genial

Sehr, sehr genial

Ich finde den Einzug von Belinda Weinbauer mit Söhnlein Brilliant MJ ins Kürfinale der EM in Göteborg einfach nur genial.

Die Frage des Tages an Belinda Weinbauer „Hast du deine Kür-Musik überhaupt eingepackt?“ habe ich mir auch schon gestellt. Mit einem breiten Grinsen beruhigt sie uns „Selbstverständlich! Auch wenn ich wirklich nicht damit gerechnet habe.“

Platz 17 im Grand Prix Special. Und wer kann schon von sich behaupten eine Helen Langehanenberg hinter sich gelassen zu haben? Eigentlich war Platz 25 im Grand Prix schon ein gewaltiger Erfolg. Und nun ist Belinda mit Söhnlein auch noch in der Kür dabei. Man mag ihr kaum glauben, dass sie den Special vorher nie geritten hatten. Sprung nach vorne. Dass sie es dank FEI-Reglements (maximal drei Reiter einer Nation rücken in die Musikkür auf) unter die Top-15 geschafft hat, ist das Glück der Tüchtigen.

„Ich war vor dem Special sehr nervös, ich wollte heute im Viereck einfach nur überleben“, meinte Belinda Weinbauer unmittelbar nach der unglaublich kraftvoll und elegant gerittenen Prüfung. „Wir sind noch nie miteinander in einem Wettbewerb im Special geritten, waren immer in der Kür-Tour unterwegs und haben uns vor Göteborg völlig auf den Grand Prix konzentriert.“

Angesehen hat man das den beiden nicht. „Vom Reitgefühl her, war es das Nonplusultra. Söhnlein ist durchgefahren wie eine Harley-Davidson“, lobt Belinda Weinbauer ihren 15-jährigen Söhnlein Brilliant MJ. Der Hengst steht im Besitz von Marianne Jerich und Belinda hatte ihn schon als Fünfjährigen mal unter dem Sattel. Sie war damals sehr beeindruckt und dachte sich „kein Damenpferd“. Das hat Söhnlein nun mal nicht auf sich sitzen lassen und dem Brilliant alle Ehre gemacht.

An vorderster Front ging wenig Überraschendes vor sich. Die einzigartige Isabell Werth holte mit Weihegold  Gold (83,613 Prozent) vor ihrem Teamkollegen Sönke Rothenberger mit Cosmo (82,479 Prozent) bei dessen Einern man mittanzen möchte. Danach wird es recht international. Bronze ging an die Dänin Cathrine Dufour mit Atterupgaards Cassidy. Dann kommen Dante Weltino mit der Schwedin Therese Nilshagen und Nip Tuck mit Carl Hester (GBR). Später ein Niederländer, ein Spanier und eben eine Österreicherin. Finde ich sehr, sehr genial!

Text: AK / PM
Foto: © Tomas Holcbecher

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