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Da sitze ich im Heu

Da sitze ich im Heu

… und kann immer noch meinem Pferdekind einfach nur beim Fressen zuschauen und dabei glücklich sein.

Zuletzt hat mir eine der großen Pferdefrauen Österreichs mit leuchtenden Augen erzählt, wie sehr der Hengstaustrieb in Piber sie überwältigt hat. Das Donnern der Hufe, die Kraft der Pferde und das Beben der Erde hätten Glücksgefühle in ihr ausgelöst, erzählte sie mir begeistert. Die Dame ist um einige Jahre älter als ich, und wir verstehen einander.

Mein geduldiger Vater hofft seit nunmehr 40 Jahren, dass es irgendwann vorbei sein möge. Mit der Pferdeliebe. Ich weiß nun, aus dem Alter kommt man einfach nicht raus! Man kann vielleicht eine Zeitlang ohne Pferde leben, oder mit weniger Pferd. Aber im Leben funktioniert eben alles ein wenig besser mit Pferd.

Wenn ich bei meinem Pferdekind sitze oder auf dem Rücken der Stute, die zufrieden abschnaubt, dann kann ich nicht glauben, dass ein pferdeloses Leben glücklich machen kann. Sogar die Herzogin, die diese Woche in Wien war, ist im Pferdestall ganz entspannt geworden und hat dabei einen gelösten Eindruck gemacht.

Und wenn ich in die Zukunft schaue (in die nahe), dann staune ich selbst, wie alt ich bin und wie jung mein Pferdekind. Und ich rechne nach und komme auf ein stolzes gemeinsames Alter. Vielleicht sage ich irgendwann zu meiner Boxnachbarin „Zusammen sind wir Hundert“, so wie das die liebe S unlängst zu mir gesagt hat.

Aber ich könnte schwören, dass ich auch im reifen Alter immer noch glücklich sein werde – zumindest, solange es meine Pferde ebenfalls sind.

Foto: Franziskus von Kerssenbrock

 

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